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12.09.2012

Eurokrise hat jetzt die Schweiz erreicht

Die Schweizer Wirtschaft stagniert


Steht die Schweiz am Rande einer Rezession? Im zweiten Quartal diesen Jahres musste die Schweizer Wirtschaft im Vergleich zum ersten Quartal Umsatzeinbußen von 0,1 Prozent hinnehmen. Der Grund: Seine aktuelle Exportschwäche, die Ökonomen mit einem spürbaren Konjunktureinbruch rechnen lässt.

Auf Nachfrage der Nachrichtenagentur sda sagte David Marmet, Ökonomie-Experte der Zürcher Kantonalbank, dass sich diese Defizite im Exportbereich trotz der derzeit noch stabilen Binnenkonjunktur bald bemerkbar machen werden. Verglichen mit dem Vorquartal, sei bereits jetzt ein Wachstumsrückgang beim Privatkonsum zu verzeichnen. Zwar habe die SECO die BIP-Zahlen auch für die abgelaufenen Quartale gesenkt, doch sei der Einbruch eher als erwartet eingetreten.

Schwächelt zunehmend: Der Export

Wo Deutschland, Frankreich und Fernost als Handelspartner "schwächelten", so Marmet, gestalte sich ein Ausweichen des Exports zunehmend kompliziert, so dass im dritten Quartal ein weiterer Rückgang mit anschließender technischer Rezession nicht auszuschließen sei. Auch Chefökonom Janwillem Acket, Bankhaus Julius Bär, prognostiziert auf Basis der aktuellen Zahlen eine Negativveränderung beim BIP-Wachstum von 1,6 Prozent auf 0,5 bis maximal 1 Prozent - laut Acket eine vergleichsweise starke Anpassung. Investitionen seien zum Stillstand gekommen, der Bau, so der Experte, zeige "Ermüdungserscheinungen". Doch wenngleich die Schweiz "am Rand der Rezession" stehe, erwarte Acket keinen echten Absturz: Niedrige Zinsen, Zuwanderung und Vollbeschäftigung schöben hier einen Riegel vor. Zu erwarten sei, dass das Wirtschaftsinformationsinstitut Bakbasel seine Prognose nach unten korrigieren werde, nicht zuletzt angesichts der globalen Prognose für die zweite Hälfte von 2012.

Nach Angaben des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) gingen konjunkturwichtige Exporte im zweiten Quartal diesen Jahres in der Mehrzahl der Sektoren (mit Ausnahme von Wertobjekten wie Edelmetallen oder Kunstgegenständen) um 0,7 Prozent zurück. Allein Uhren, Präzisionsinstrumente und Fahrzeuge wurden vermehrt ausgeführt, während Dienstleistungsexporte um 0,9 Prozent rückläufig waren. Dem gegenüber verringerten sich Warenimporte vor allem aufgrund der Fahrzeuge, während bei Maschinen, Chemikalien, Elektronik und Apparaten ein Anstieg stattfand und Dienstleistungsimporte um 1,8 Prozent anwuchsen.

Krisenverschärfend: Stagnation in Inland

Auch die Wertschöpfung ging zurück: In der industriellen Produktion um 1,1 Prozent, im Handel um 0,7 Prozent und, damit untrennbar verknüpft, bei Finanzdienstleistungen um 0,8 Prozent. Das Baugewerbe dagegen konnte um 1,5 Prozent zulegen. Damit verbunden ging auch die Wertschöpfung bei freiberuflichen, wissenschaftlichen und anderen Dienstleistungen um 0,5 Prozent zurück, während öffentlicher Sektor (0,7 Prozent) und Gesundheitswesen (0,2 Prozent) zulegten.

Im Inland Stagnation: Ein unerwartet kalter Februar ließ Bauinvestitionen im ersten Quartal 2012 einbrechen - ein Rückgang, den das zweite Quartal mit einem Investitionsanstieg von 1 Prozent zum Teil aufholte. Dagegen gingen Ausrüstungsinvestitionen verglichen mit dem ersten Quartal um 0,9 Prozent nach unten; auch Maschinen- und Fahrzeugindustrie sanken in den Negativbereich. Dagegen stiegen die Ausgaben im Bereich Privatkonsum wie Wohnen, Wasser, Brennstoffe sowie Verkehr und Gesundheit im zweiten Quartal weiter - um 0,3 Prozent. Auch staatliche Konsumausgaben wuchsen um starke 1 Prozent.

Schon in 2011 war das Bruttoinlandsprodukt rückläufig - im dritten Quartal gegenüber dem zweiten - um 0,2 Prozent. Entsprechend betrug das Wachstum in 2012 statt 2,1 nur 1,9 Prozent; im ersten Quartal diesen Jahres lediglich 0,5 Prozent - und nicht wie gemeldet 0,7.

Warum diese Korrektur nach unten? Der Grund: Die Revision der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung im Sommer auf Basis einer neuen Methodik, die internationalen Standards Rechnung trägt.


jm

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