Wohnen und Erholen
Unter den bekanntesten Exportschlagern der Schweiz findet sich ein exquisiter Käse. Mindestens drei Monate muss der Appenzeller reifen, um seinen herrlich würzigen Geschmack zu entwickeln. Seit Langem werden die Besonderheiten seiner Herstellung von Generation zu Generation weitergegeben: Schon im Mittelalter war das namensgebende Appenzellerland zwischen Bodensee und den steilen Felsen des Alpsteins für seinen Käse bekannt. Dieser Ruhm hält sich bis heute, aber selbstverständlich hat der Kanton Appenzell Ausserrhoden weit mehr zu bieten. Seine intakte Natur, malerische Siedlungen und das reichhaltige Brauchtum machen aus ihm einen attraktiven Wohnkanton. Grund: Man wohnt dort, wo andere sich erholen.
Attraktive Wirtschafts- und Tourismusregion
Urbane Zentren sucht man vergeblich. Stattdessen ist die hügelige Landschaft von Wäldern, Wiesen und frei stehenden Häusern und Höfen geprägt. Die wichtigste Stadt des Kantons befindet sich nicht einmal auf dem Kantonsgebiet: St. Gallen liegt nördlich der Kantonsgrenzen Appenzell-Ausserrhodens. Doch die Überschaubar- und Gemütlichkeit der insgesamt 20 Gemeinden sind der größte Trumpf des Landstrichs: Man kennt sich, arbeitet zusammen - und konnte das Appenzellerland als attraktive Wirtschafts- und Tourismusregion etablieren, in der Jahr für Jahr Hunderttausende ihren Urlaub verbringen. Die fast 1500 Kilometer Wanderwege, Nordic Walking Routen, Fahrradwege, Mountainbikestrecken und Skipisten sprechen für sich.
Gegründet im Mittelalter
Hauptort des 1597 nach der Teilung vom katholischen Appenzell Innerrhoden entstandenen Kantons ist Herisau. Der Ort im Westen des Kantons existiert bereits seit dem frühen Mittelalter und war für die Region immer als Marktplatz von großer Bedeutung. Hauptort ist er jedoch erst seit 1877, zuvor hatte Trogen diese Funktion inne. Zu den größten Sehenswürdigkeiten von Herisau zählen der historische Dorfkern, die reformierte Pfarrkirche St. Laurentius und das Schwarze Haus. Letzteres stammt aus dem Jahr 1778 aus der Hochzeit der Appenzeller Leinenindustrie und dient heute als Wohnhaus, beherbergt jedoch im Foyer eine interessante Ausstellung zur wechselhaften Hausgeschichte. Darüber hinaus genießen die Ortsbilder von Trogen, Urnäsch, Hundwil oder Schwellbrunn nationales Ansehen.
Breite Kulturszene
Das kulturelle Leben des Kantons wird maßgeblich vom reichhaltigen Brauchtum bestimmt, das bis heute tief in der Bevölkerung verwurzelt ist. Statt sich jedoch auf die Strahlkraft einzelner Kulturinstitutionen zu verlassen, ist die kantonale Kulturszene von erstaunlicher Breite: Überall finden sich Herde kultureller Aktivität. So zählt das „Silvesterchlausen“ in Urnäsch, Herisau oder Waldstatt zu den Höhepunkten des jährlichen Festkalenders. Mit prächtigen Kostümen ausgestattet ziehen die jungen Männer dabei von Haus zu Haus, um deren Bewohnern ein gutes Jahr zu wünschen. Am Ende der Fasnachtszeit stehen unter anderem in Schwellbrunn und Urnäsch die Blochumzüge auf dem Programm, ein Umzug junger Männer, die traditionell gekleidet einen Baumstamm von Ort zu Ort ziehen. Dazu gesellen sich die sommerlichen Älplerfeste wie Alpfahrt oder Alpstobeten.