Heimat der Waldleute
Bis ins 16. Jahrhundert trugen die Bewohner des Engstligentals den Beinamen "Waldleute". Er deutet zum einen auf die abgeschiedene Lage des Gebiets hin, auf dem sich heute Adelboden befindet. Zum zweiten liegt natürlich die Vermutung nahe, dass das Gemeindegebiet Adelbodens in der Vergangenheit von dichtem Wald bewachsen war. Im Lauf der Zeit wich der Baumbestand jedoch Äckern und Weiden. Einzig die Berghänge des Tals zeugen bis heute vom Pflanzendickicht früherer Tage. Dennoch ist das auf einer malerischen Südterrasse gelegene Adelboden ein traumhaftes Ziel für Urlauber jeden Alters.
Wichtiger Tourismus
Bis ins 19. Jahrhundert hinein war Adelboden tatsächlich nur schwer zu erreichen. Lange Zeit konnte der Zugang nur über die hohe rechte Talseite erfolgen. Die Bewohner des Tals lebten von der Landwirtschaft, hielten Vieh und pflanzten Gemüse, Kartoffeln und Getreide an. Erst ab Ende der 1870er Jahre wurde eine neue Straße gebaut, die bis heute entlang der Engstligen in den Ort hinein führt. In der Folge stieg die Einwohnerzahl sprunghaft an: Allein im Zeitraum von 1900-1910 erhöhte sie sich um 500. Heute leben 3700 Menschen in Adelboden. Die Landwirtschaft wurde vom Tourismus als wichtigster Wirtschaftszweig abgelöst.
Sommer vs. Winter
Seinen Charme entfaltet Adelboden unabhängig von der Jahreszeit. Im Sommer locken idyllische Wanderwege mit insgesamt über 300 Kilometern Länge zu Spaziergängen oder alpinen Klettertouren. Darüber hinaus versprechen Mountain-Bike-Routen, Gleitschirmfliegen, Tennisplätze und zahlreiche Wellness-Angebote viel Abwechslung. Nicht umsonst wurde Adelboden 2005 zum ersten alpinen Wellness-Urlaubsziel der Schweiz ernannt. Im Winter bildet vor allem die Skiregion Adelboden-Frutigen-Lenk mit dem jährlich stattfindenden FIS-Weltcup einen echten Publikumsmagneten. Sie umfasst mehr als 170 Pistenkilometer, 56 Transportanlagen, Langlaufloipen, Winterwanderwege und ein Kunsteiszentrum.
Rock in der Natur
Auch kulturell macht Adelboden so schnell keiner was vor. Insbesondere dank des Vogellisi-Festivals genießt der Ort auch überregionale Bekanntheit. Eingebettet in die Natur schöne Natur des Engstliegentals gehört das kleine Rock-Open-Air zu den beliebtesten Jahresterminen der Region. Unter den Künstlern ist es ebenfalls beliebt: So gaben sich schon Größen wie die Leningrad Cowboys, Plüsch oder The Tarantinos in Adelboden die Ehre. Aber auch das Kulturhaus Alte Taverne glänzt mit einem ausgesuchten Konzertprogramm zwischen Rock. Pop und Mundart. In der Dorfkirche finden zudem regelmäßige Klassikkonzerte statt.
Historische Dorfkirche
Neben den malerischen Chalets und der imposanten Bergwelt der Alpen zählt die spätgotische Dorfkirche zu den größten Sehenswürdigkeiten Adelbodens. Das Gotteshaus wurde 1433 errichtet. 56 Hausväter mussten damals mit ihrem Hab und Gut für die Bezahlung des Priesters bürgen. Den Eingang der Kirche ziert seit 1471 ein aufwändiges Fresko, das das jüngste Gericht darstellt. Hervorzuheben sind auch die Kirchenfenster. Sie stammen vom berühmten Künstler Augusto Giacometti, der unter anderem auch die bekannten Fenster im nördlichen Querschiff des Zürcher Fraumünsters gestaltete.