Auf Drachenjagd
Der Legende nach verschlug es einst zwei Pilger in die schöne Gegend am
Thuner See. Von den dort ansässigen Fischern und Hirten wurden die beiden freundlich aufgenommen. Bald schon kam den Pilgern zu Ohren, dass ihre Gastgeber von einem Drachen, der in einer Höhle bei Sundlauenen hauste, terrorisiert wurden. Stehenden Fußes machten sie sich zur Höhle auf und vertrieben den Drachen. In Beatenberg erinnert eine steinerne und denkmalgeschützte Kapelle aus dem 17. Jahrhundert an die Legende. Auch im Wappen der Gemeinde am
Thuner See schlug sie sich nieder: Ein Mann mit Heiligenschein und Mönchskutte duelliert sich mit einem drachenartigen Untier. Soweit die Legende.
Längstes Dorf Europas
Ein Blick auf die Fakten ist nicht weniger beeindruckend. Auf dem Gemeindegebiet vereinen sich viele Extreme: Liegt der tiefste Punkt des Ortes auf 556 Metern Höhe, befindet sich der höchste auf über 2000 Höhenmetern. Die vier Dorfteile Waldegg, Spirenwald, Schmocken und Sundlauenen verteilen sich auf eine Distanz von über acht Kilometern. Eine Entfernung, dank der Beatenberg als längstes Dorf Europas gilt. 1400 Einwohner zählt der Ort heute, jedes Jahr gesellen sich Zehntausende Touristen aus dem In- und Ausland hinzu. 175000 waren es im Jahr 2008. Die Erklärung für die Beliebtheit Beatenbergs ist schnell gefunden: Durch die windgeschützten und sonnigen Lage herrscht ein mildes Klima vor, an klaren Tagen winkt eine traumhafte Aussicht über
Thuner See und die Berner Alpen.
Vom Bergdorf zum Kurort
Kirchliche Urkunden führen den Namen Beatenberg erstmals im Jahr 1230 auf, einige Flurnamen geben jedoch Hinweise darauf, dass die Region schon vorher besiedelt war. Lange Zeit stellen Kohlebergbau und die Landwirtschaft die prägenden Einkommenszweige der Dorfbewohner dar. Im 19. Jahrhundert ändert sich das Bild: Nach und nach wandelt sich Beatenberg vom Bergdorf zum Kurort. Als Initialzündung kann die Eröffnung der Straße nach Interlaken gelten. Schnell spricht die herrliche Idylle des Dorfes herum. Beatenberg wird zum beliebten Refugium für die europäische High Society. Kaiser, Könige und Künstler finden den Weg ins Berner Oberland, um Luft und Panorama zu genießen. Bis heute erfreut sich der Ort ungebrochener Beliebtheit.
Familien willkommen
Berühmt ist Beatenberg insbesondere für seine Aussicht und die intakte Naturlandschaft. Das Gebiet rund um das alpine Dreigestirn Eiger, Mönch und
Jungfrau eignet sich optimal für ausgedehnte Wanderungen. Tennisplätze, Hallenbad, Kegelbahn, der nahe
Golfkurs Interlaaken-Unterseen oder einige Fitness Parcours ergänzen das sommerliche Angebot. Doch auch im Winter braucht sich die Gemeinde keineswegs zu verstecken. Auf den Pisten des prächtigen Skigebiets
Niederhorn - Beatenberg fühlen sich Wintersportler jeder Provenienz wohl, Familien sind dort besonders willkommen. Natureisbahn, Langlauf-Loipe und eine Skischule stehen den Gästen ebenfalls offen.