Exklave im Südwesten
Nur ein schmaler Streifen verbindet den Kanton Genf mit der übrigen Schweiz. Die gemeinsame Grenze mit dem Kanton Waadt hat lediglich eine Länge von 4,5 Kilometern. Der Kanton im äußersten Südwesten der Schweiz ist fast gänzlich von Frankreich umschlossen. Entsprechend groß stellt sich der Einfluss des großen Nachbarn dar: So fungiert Französisch als Amtssprache des Kantons. Zwischen den Höhenzügen der Schweiz und den Jura-Gipfeln gelegen, prägen sanfte Hügel von maximal rund 500 Metern Höhe die Landschaft des Kantons. Weitere attraktive Merkmale sind natürlich der Genfersee, mit 582 km² Fläche das zweitgrößte Gewässer Europas, und die Rhône, die den See bei Genf in Richtung Mittelmeer verlässt.
Städte von Bedeutung
Mit 282 km² gehört Genf zu den kleinsten Kantonen des Landes, hinsichtlich seiner Einwohnerzahl hingegen zu den größten. Rund 454000 Menschen leben in den 45 Gemeinden, die jedoch kulturell und wirtschaftlich stark auf Hauptort Genf ausgerichtet sind. Eine Asymmetrie, die sich auch in den Dimensionen der Städte wieder findet: Auf Genf mit einer Population von 185000 folgt als nächst größerer Ort mit weitem Abstand Vernier mit rund 32000 Einwohnern. Wichtige Städte sind außerdem Meyrin und Carouge. Vor allem Carouge ist ein gern genommenes Ausflugsziel. Seiner im piemontesischen Baustiel gehaltene frühneuzeitliche Altstadt wurde offiziell nationale Bedeutung bescheinigt.
Kleinste unter den Weltstädten
Als kantonales Zentrum dient Genf, dessen Strahlkraft und Bedeutung allerdings weit über den Status als Hauptort hinausgeht. Nicht umsonst wird die Stadt liebevoll die kleinste unter den Weltstädten genannt. Viele internationale Organisationen haben hier ihren Sitz, darunter die Vereinten Nationen, die Welthandelsorganisation (WTO) oder das Rote Kreuz. In Genf wurden 1949 die Genfer Konventionen verabschiedet, bis heute eines der wichtigsten Dokumente des Völkerrechts. Doch sehenswert ist die Stadt auch aus unzähligen anderen Gründen.
Markenzeichen Genfs
Besondere Berühmtheit genießt der Jet d'eau im Genfersee. Der Springbrunnen mit seiner bis zu 140 Meter hohen Fontäne hat sich längst zum Markenzeichen Genfs entwickelt. Auch für seine Uhrenindustrie ist die Stadt weltbekannt. Neun große Parks liegen im Stadtgebiet, im Englischen Garten findet sich mit der Blumenuhr eines der meistfotografierten Motive der Stadt. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Kathedrale St. Peter, das Geburtshaus des berühmten Denkers Jean-Jaques-Rousseau und das Opernhaus am Platz Neuve. Zahlreiche Museen und Galerien runden das Angebot ab.
Herrliche Landschaften
Für Wanderer ist der Kanton wegen seiner angenehmen Topografie und den herrlichen Landschaften ein empfehlenswertes Ziel. Rund um den Genfersee finden sich zahlreiche Segelschulen, in denen man sich in die Welt des Segelsports einführen lassen kann. Aber auch Baden oder Tauchen stehen hoch im Kurs. Dank der Nähe zu Alpen und Jura liegen auch einige große Skigebiete im direkten Einzugsgebiet des Kantons. Sie bieten ihren Gästen etwa 400 Pistenkilometer und 200 Liftanlagen auf einer Höhe von 1000 bis 3000 Metern. Dazu gesellen sich zahlreiche spezielle Schlittelpisten und Winterwanderwege.