Silvaplana: Rasanter Trendsportort im Engadin
Ein Steinbock, der übers Wasser geht? Zugegeben, was der Ort Silvaplana auf seinem Gemeindewappen verspricht, erscheint auf den ersten Blick etwas realitätsfern. Aber ersetzen wir den Steinbock durch einen Menschen mit Skiern an den Füßen, lassen den Silvaplanersee gefrieren und fügen noch einen Drachen hinzu - gleich sieht das Ensemble glaubwürdiger aus.
Mit Windgeschwindigkeit über den See
Menschen, die auf Skiern übers flache Eis brausen, sind in Silvaplana tatsächlich kein seltener Anblick. Snowkiting – so nennt sich die Sportart, die ihren Anfang im Oberengadin nahm und längst Trendsportler aus aller Welt in den 1000-Seelen-Ort lockt. Möglich wird’s durch einen Drachen, der bei richtiger Windgeschwindigkeit für den notwendigen An- und Auftrieb sorgt. Jeden Tag gen Mittag, wenn der kräftige Malojawind einsetzt, bevölkern sie in Scharen den Silvaplanasee, zeigen waghalsige Sprünge und rasante Manöver. Bei so viel sportlicher Akrobatik bleibt nur noch zweierlei:
Gar nicht so schwer: Kitesurfen
Sportbegeisterte melden gleich ihre ganze Familie zu einem (Mehr-)Tageskurs an der Kitesailing Schule in Silvaplana an. Denn so schwierig, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag, ist der Sport gar nicht zu meistern! Und wer sich doch nicht selbst auf das Eis traut, sollte die tollkühnen Fahrer mit ihren fliegenden Drachen zumindest als Zuschauer vom Ufer aus genießen. Aber aufgepasst! Bei Temperaturen unter null darf der staunende Mund nicht zu lange offen stehen! Nun schnell zurück ins Ferienhaus, einem kurzen Aufwärmtee getrunken! Jetzt nur nicht von der heimeligen Wärme einlullen lassen: Denn Silvaplana hat viel zu viel zu bieten, um den Tag zu vertrödeln!
Auf den Spuren Nietzsches
Wer auf eine geniale Eingebung hofft, könnte zum Beispiel in die Fußstapfen Friedrich Nietzsches treten. Dem berühmten deutschen Denker waren zentrale Gedanken seines Werkes „Also sprach Zarathustra“ bei seinen Wanderungen am Silvaplaner See in den Sinn gekommen. Der Stein, an dem ihm die Erkenntnis traf, liegt noch immer an derselben Stelle wie damals im August des Jahres 1881.
Im Affenzahn hangabwärts
Wem das nun zu verkopft für einen Urlaubstritt erscheint, sei ein Besuch des „Kuhstalls“ empfohlen. Zweifelnde Leser seien beruhigt: Mit einer miefigen Rindvieh-Behausung á la Augias hat diese Berghütte - außer ihrem Namen - rein gar nichts zu tun. Aber Kindern unter 14 Jahren, die noch nicht an den Kitesailing-Kursen teilnehmen dürfen, bietet der Kuhstall eine nicht minder rasante Alternative zum Snowkiting! Direkt an der Skipiste gelegen, lässt sich von dort aus direkt ins Tal rodeln. Oder, wie die Ortskundigen sagen: schlitteln. Und für frisch- oder noch immer verliebte Pärchen sorgen Laternen an der Rodelstrecke bei Nacht für den besonderen romantischen Touch.