Anreise mit Risiko
Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein war die Reise nach Engelberg mit hohen Risiken verbunden. Der Ort, umschlossen von Bergen in einer Talmulde liegend, hatte nur einen natürlichen Zugang, der vom unteren
Engelberger Tal her über fünf Kilometer durch eine steile und enge Schlucht führte. Andere Wege waren ohnehin nur im Sommer passierbar. Erst 1931 wurde das Dorf an das Straßennetz angeschlossen. Inzwischen legt man die Strecke von
Stans in das herrliche Aatal in einer guten halben Stunde zurück. Ein Weg, der sich lohnt: Das flache und äußerst weite Hochtal zwischen dem Titlis-Massiv und einer Bergkette im Norden lässt Aktivurlaubern zu jeder Jahreszeit alle Möglichkeiten.
Neuer Glanz
Von Beginn an wird die Dorfhistorie von der
Benediktinerabtei Kloster Engelberg geprägt. Das 1120 gegründete Kloster bestimmte über Jahrhunderte die Geschicke des gesamten Tals und wird bis heute ohne Unterbrechung fortgeführt. Mehrfach zerstörten Brände das Kloster, nach einer vierjährigen Restaurierung erstrahlt das heutige Gebäude aus dem 18. Jahrhundert seit 2009 wieder in neuem Glanz. Der Legende nach veranlassten Engel die Gründung des Klosters. Ihre Gesänge vom Berg Hahnen aus waren es auch, denen Engelberg seinen Namen verdankt.
Wichtiger Tourismus
Durch die isolierte Lage des Tals erwirtschafteten sich die Bewohner der Siedlung ihren Lebensunterhalt vornehmlich über die Landwirtschaft. Erst im 20. Jahrhundert wird der Tourismus zum wichtigsten Wirtschaftszweig. Seine Stellung hielt er bis heute: Auf die knapp 3800 Einwohner entfallen rund 11000 Fremdenbetten und über 800000 Übernachtungen pro Jahr. Die alpine Milchviehwirtschaft wird jedoch weiterhin betrieben, so dass im Sommer das Geläut der Kuhglocken zur typischen Geräuschkulisse des Tales gehört. Zudem ist das Tal berühmt für seinen Käse, der hier direkt beim Hersteller gekostet und gekauft werden kann.
Größte Orgel der Schweiz
Unter den Sehenswürdigkeiten Engelbergs sticht das Kloster hervor. Neben den historischen Bauten kann der Konvent in der Stiftskirche mit der größten Orgel der Schweiz aufwarten. Doch auch darüber hinaus hat Engelberg in Sachen Architektur einige Attraktionen zu bieten. Im Ortsteil Grafenort steht eine barocke Gebäudegruppe, deren Gebäude mehrheitlich aus dem 17. Jahrhundert stammen, die Kapelle St. Joder im Weiler Altzellen wurde im Jahr 1482 erbaut. Das Gros der Touristen reist jedoch zweifelsohne wegen der fantastischen Natur und dem beeindrucken Bergpanorama an.
Winterliche Vielfalt, sommerliche Abwechslung
Im Winter dreht sich natürlich alles um Ski, Snowboard & Co. Das beliebte Skigebiet
Engelberg Titlis bietet 82 Pistenkilometer mit höchstem Abwechslungsreichtum. Die längste Abfahrt ist zwölf Kilometer lang und überwindet 2000 Höhenmeter. 24 Transportanlagen, Langlaufloipen und zahlreiche Winterwanderwege ergänzen das Angebot. Aber auch im Sommer zeigt sich Engelberg von seiner besten Seite: 360 Kilometer Wanderwege schlängeln sich durch die Region und auch mit dem Mountainbike lässt sich die Gegend bestens erkunden. Im
Golfclub Engelberg Titlis kommen zudem Golffreunde auf ihre Kosten.