Berauschendes Highlight im Seeztal
Wie ein Wächter thront Burg Gräpplang über der Gemeinde Flums. Ein Geländevorsprung hatte den Rittern von Flums im 13. Jahrhundert als Bauplatz gedient. Für eine Burg ein perfekter Ort: Die Sicht über das Seeztal, noch immer von den Überresten der Burg dominiert, ist bis heute berauschend geblieben. Und obwohl das Gemäuer im 18. und 19. Jahrhundert als Steinbruch genutzt wurde - ein Umstand, dem nicht wenige Mauern zum Opfer fielen -, verströmen die verbliebenen Reste noch immer eine Ahnung früherer Majestät. Oft wechselte die Burg im Lauf der Jahre den Besitzer. Seit 1923 gehört sie nun der Gemeinde Flums und dient der Stiftung „Pro Gräpplang“ als Kulisse für so manches kulturelle Highlight. Längst hat sich die Ruine zum Wahrzeichen des Ortes entwickelt. Zu bieten hat Flums jedoch noch weit mehr.
Dreh- und Angelpunkt Kleinberg
Stubenhocker haben es nicht leicht in Flums, denn besonders die Natur rund um die Gemeinde ist betörend. Einer der Dreh- und Angelpunkte im Flumser Naturspektakel ist der Kleinberg. Um ihn windet sich ein Naturerlebnispfad, auf dem man im Sommer der vielfältigen Flora und Fauna der Region auf den Zahn fühlen kann. Die Route gehört zu den Attraktionen des Geoparks Sardona, einer Sammlung von Naturstätten, die ins UNESCO-Weltnaturerbe aufgenommen wurden. Im Winter verwandelt sich der Kleinberg dann ins Zentrum des populären Skigebiets Flumserberg. Das auf einer sonnigen Hochterrasse gelegene Wintersportparadies verfügt über 65 Kilometer präparierte Pisten, auf denen sich Anfänger ebenso wohl fühlen dürften wie Pistenprofis. Zwischen den Koordinaten leicht und schwer ist in Flumserberg schließlich alles zu finden.
Zahlreiche historische Gebäude
Angesichts der landschaftlichen Vorzüge des Seeztals kann es kaum verwundern, dass die Siedlungsgeschichte des Flumser Gemeindegebiets weit zurück reicht. So wiesen archäologische Funde wie Scherben und Münzen auf eine römische Siedlung im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. hin. Außerdem fanden sich Reste einer Römerstraße. Urkundlich erstmals erwähnt wurde Flums bereits im Jahr 765. Der langen Geschichte entsprechend, prägen bis in die Gegenwart zahlreiche historische Gebäude und Kapellen die Gemeinde. Neben dem Tourismus stellt die Landwirtschaft einen wichtigen Wirtschaftszweig dar. Betrieben werden dabei insbesondere Viehzucht, Milchproduktion und Alpwirtschaft. Überregionale Bekanntheit genießt Flums allerdings für etwas anderes: seine Fastnachtsbräuche.
Böse Geister vertreiben
Einmal im Jahr fahren die 4900 Flumser geschlossen aus der Haut. Die Fasnacht ist deswegen einer der jährlichen Höhepunkte des Gemeindelebens, der mit großem Brimborium und äußerst sehenswert begangen wird. Der Rummel beginnt mit der Fasnachtszeitung, die traditionell am ersten Fasnachtstag bei Tagesanbruch erscheint, danach steht der Ort bei Umzügen, Bällen und Musik fünf Tage lang Kopf. Schlag auf Schlag folgen Kinderumzug, das Open Air „achrousetä“ auf dem Flumser Postplatz und der große Guggenball, bis die Fasnacht mit großem Umzug und Maskenball zu Ende geht. Gefeiert wird dabei mit Leib und Seele, nicht umsonst gilt Flums als Hochburg der Straßenfasnacht. Spektakulärstes Accessoire vieler Feiernden: aufwändige Masken, die so genannten Larven, mit denen böse Geister vertrieben werden sollen.