Reich beschienene Flure
Den Vorzügen ihrer Heimat haben die Thurgauer ein eigenes Lied gewidmet. Im
Thurgauerlied, der Hymne des Kantons Thurgau, heißt es: "O Land, das der Thurstorm sich windend durchfließt, dem herrlich der Obstbaum, der Weinstock entsprießt." Weiterhin ist in den Strophen die Rede von blühenden Wiesen, Kornfeldern, Bergen, Tälern und von der Sonne reich beschienenen Fluren. Und in der Tat kann der im Nordosten der Schweiz gelegene Kanton zwischen Bodensee und Schweizer Voralpen mit einer malerischen und von sanften Hügeln geprägten Landschaft aufwarten, deren Idylle scheinbar nur von ihrer Fruchtbarkeit übertroffen wird.
Kleine urbane Zentren
Neben der Thur fließen außerdem auch Sitter und Murg durch den Kanton, der mit Bayern, Baden-Württemberg und den Kantonen Schaffhausen,
St. Gallen und
Zürich eine gemeinsame Grenze hat. Hauptort Thurgaus ist
Frauenfeld.
Kreuzlingen,
Arbon,
Amriswil und
Weinfelden sind weitere wichtige Orte. Urbane Zentren sucht man vergeblich: Frauenfeld zählt als größte Stadt des Kantons knapp 23000 Einwohner. Wirtschaftlich genießen die Metallindustrie und der Maschinenbau überragende Bedeutung. Hinzu kommt der wichtige Sektor der Nahrungs- und Genussmittelindustrie. Vor allem im Sommer ist der Kanton wegen seiner Lage am Bodensee aber auch ein beliebtes Urlaubsziel.
Fünf Säulen
Gerade die Inländer verbringen hier gerne ihre freien Tage: Sechs von zehn Gästen kommen aus der Schweiz. Die Attraktivität des Landstriches wird maßgeblich von fünf Säulen getragen. Zum einen machen 900 Kilometer ausgebauter Radwege den Kanton zu einem Paradies für Radfahrer. Aber auch auf Schusters Rappen lässt er sich ausgezeichnet erkunden: Wanderern stehen 1000 Kilometer Wanderwege zur Verfügung. Drittens gibt es eigens für Inline-Skater ausgewiesene Routen. Zudem hat sich der Kanton als Seminar- und Tagungsort einen Namen machen können. Und natürlich ist er berühmt für seine Küche.
Urlaub in Mostindien
Nicht umsonst trägt der Kanton den liebevollen Beinamen "Mostindien". Der Kosename geht angeblich zum einen auf seine Form zurück: Aus der Vogelperspektive gleicht Thurgau dem Subkontinent Indien. Zum anderen trug der ausgedehnte Obstanbau zum Namen bei, der im Oberthurgau bereits seit dem Spätmittelalter betrieben wird. Äpfel und Birnen gedeihen dort bis heute prächtig, so dass der Kanton für vielerlei Obstprodukte wie Most, Saft, Schorle oder den Apfelwein "Suure Moscht" bekannt ist. Aber auch darüber hinaus bietet die Thurgauer Küche prominente kulinarische Genüsse wie den Müller Thurgau-Wein oder den Tilsiter-Käse.
Sonne des Friedens
Seit 1803 ist der Kanton Thurgau ein selbständiges Mitglied der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Seine Geschichte wurde im
Historischen Museum des Kantons mustergültig aufbereitet. Das Museum befindet sich im
Frauenfelder Schloss, dessen Bergfried selbst das größte Museumsstück ist. Er wurde im 13. Jahrhundert errichtet. Und je tiefer man in die Welt des Kantons eintaucht, desto mehr teilt man die Hoffnung, der Johann Ulrich Bornhauser im Thurgauerlied Ausdruck verlieh: "Bleibe in Eintracht und Liebe vereint, dann ewig die Sonne des Friedens Dir scheint."