Perle an der Reuss
Als einer der drei Urkantone, die sich 1291 zur Eidgenossenschaft zusammenschlossen, bildet der Kanton Uri einen Teil der Keimzelle, aus der sich im Lauf der Jahrhunderte die Schweiz entwickelt hat. Malerisch zwischen
Vierwaldstättersee und
Gotthardmassiv gelegen, ist durch die von Bergen geprägte Topografie das Gros der Kantonsfläche nicht landwirtschaftlich nutzbar. Auch die Besiedlung des Kantons wird durch die geografischen Besonderheiten beeinflusst: Drei Viertel der Urner wohnen in der Reussebene. Sie wird von der Reuss durchflossen, die im
Gotthardmassiv entspringt und im
Vierwaldstättersee mündet. Nach Rhein, Aare und Rhône ist sie der viertgrößte Fluss des Landes.
Uris berühmtester Sohn
Dem Zauber des Kantons erlag schon Johann Wolfgang von Goethe, der den Kanton oft besuchte und hier auf die Legende um den Schweizer Nationalhelden
Wilhelm Tell stieß. Den Stoff überließ er schließlich seinem Freund Friedrich Schiller, der aus der Saga Anfang des 19. Jahrhunderts eines der wichtigsten Werke deutschsprachiger Literatur erschuf. Bis heute erinnern viele Gedenkstätten an Uris berühmtesten Sohn: In
Altdorf ist Wilhelm Tell ein Denkmal gewidmet, in
Sisikon steht die berühmte Tellskapelle. Aber auch darüber hinaus ist der Kanton reich an barocken Kirchen, Kapellen und Schlössern. Exemplarisch seien die Jagdmattkapelle in Erstfeld, das Schloss Rudenz, die Burg Schweinsberg oder das Wasserschloss A Pro genannt.
20 Gemeinden, keine Stadt
Ständiger Begleiter des Kantons ist der Verkehr - und zwar seit Jahrhunderten. Der Gotthardpass dient den Menschen seit über 1000 Jahren als kürzeste Nord-Süd-Verbindung über die Alpen. Dennoch finden sich in Uri keine größeren Städte.
Altdorf, die größte der insgesamt 20 selbständigen Gemeinden, kommt auf etwa 8600 Einwohner. Auch wirtschaftlich hat sich die verkehrsstrategisch wichtige Lage kaum niedergeschlagen. Im Gegenteil: Die Finanzkraft des Kantons liegt etwa ein Drittel unter dem landesweiten Durchschnitt. Wegen der fehlenden Infrastruktur konnte der Kanton bislang nicht vom Tourismus profitieren. 220000 Übernachtungen zählen die Hotelbetriebe des Kantons pro Jahr - angesichts der malerischen Landschaft kaum zu glauben.
Paradiesische Sportverhältnisse
Eine Ausnahme stellt
Andermatt dar. Der kleine Ort im Urserental direkt an der Reuss ist der beliebteste Tourismusort des Kantons, ein Skiort der ersten Stunde. Vor allem für wintersportbegeisterte Familien herrschen dort paradiesische Verhältnisse. Das kleine
Skigebiet Andermatt-Gemsstock bietet großzügig angelegte Pisten jeden Fahrniveaus. Bekannt ist das Gebiet als Hort für Freerider. Zunehmend ist man hier zudem vom Wetter unabhängig: Viele Pisten können inzwischen künstlich beschneit werden. Im Sommer stehen den Urlaubern zahlreiche Wander- und Mountainbikerouten zur Verfügung. Große Hoffnungen verbinden sich mit einem Tourismusprojekt des Ägypters Samih Sawiris, der zurzeit ein großes Tourismusresort in
Andermatt erbaut.