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Burgen von Bellinzona


Die Burgen von Bellinzona - Eindrucksvolle Relikte mittelalterlicher Baukunst im Kanton Tessin. Die Wehranlagen in der heutigen Gestalt wurden hauptsächlich im 15. Jahrhundert als Talsperre angelegt. Die Burgen stehen zusammen mit der Stadtbefestigung seit 2000 auf der Liste des UNESCO-Welterbes.Die mächtige Wehranlage der Stadt besteht im Hauptteil aus 3 Burgen: dem Castelgrande, dem Castello di Montebello und dem Castello di Sasso Corbaro, welche im Laufe der Baugeschichte immer mehr zusammenwuchsen und teilweise durch eine gewaltige Mauer, der Murata, verbunden sind. So entwickelte sich um die Stadt Bellinzona eine außergewöhnliche und imposante Stadtbefestigung, die mit ihren zahllosen Zinnen, Türmen, Mauern und Toren die Besucher in ihren Bann zieht.

Castelgrande - mittelalterliche Talsperre

Das Castelgrande bildet das natürliche Zentrum der Talsperre von Bellinzona. Der Teil, den Besucher heute besichtigen können, stammt aus dem Mittelalter. Im Norden durch eine Felswand begrenzt, kann die Burg nur von Süden betreten werden und war so vor Eindringlingen gut geschützt. Einige Teile der Anlage werden heute zu Ausstellungszwecken genutzt und runden das kulturelle Angebot ab. Unmittelbar an die Burg schließt sich die Murata, eine mächtige Burgmauer an, die einst bis an das Ufer des Ticino gereicht hatte. In einer Restauration von 1487/89 wurden die ursprünglich nur außen an der Murata angebrachten Zinnenreihen erweitert und auch innenseitig eingeführt. Nach einem gewaltigen Hochwasser von 1515 wurden große Teile der Anlage zerstört; besonders im Bereich des Flusses.

Castello di Montebello

Das Castello di Montebello ist erstmals 1313 in Quellen belegt und wurde wohl im Auftrag der mächtigen Familie Rusca aus Como gebaut. Auch hier werden Teile der Räumlichkeiten museal genutzt: Im Hauptturm befindet sich das städtische Museum (Museo Civico); es werden dort überwiegend archäologische Funde aus der Gegend präsentiert. Zwischen 1462 und 1490 wurde die Burg in einzelnen Etappen restauriert und erweitert zu der beeindruckenden Anlage, wie sie heute zu besichtigen ist. Eine verschobene Raute diente als Grundriss an deren stumpfen Enden sich die nördliche und südliche Stadtbefestigung anschließt.

Castello die Sasso Corbaro - Wiedereröffnung nach Investitionen von 3 Mio. Franken

Auf einem Felsen im Südosten der Stadt befindet sich das Castello di Sasso Corbaro. Die Burg wurde im Spätmittelalter gebaut und ist quadratisch angelegt. Eine kleine Kapelle aus dem 17. Jh. wurde später im Inneren errichtet, weiterhin verfügt die Anlage über einen Wehrturm und einen Burgfried. Charakteristisch ist, dass die Anlage im Gegensatz zu den anderen Burgen, die im Laufe des Mittelalters zu einer riesigen Wehranlage zusammenwuchsen, isoliert auf einem Felsen etwa 600 Meter südöstlich der Stadt liegt.

Panoramablick vom Castello

Die Renovierungsarbeiten in und um die Burganlage sind beendet und das Castello di Sasso Corbaro ist wieder zugänglich. Die östlichste Hügelkuppe über Bellinzona ist hervorragend geeignet, die gesamte Umgebung zu überblicken, von der Mündung der Alpentäler bis hinunter Richtung Verbano am Lago Maggiore. Hier steht die jüngste der drei Burgen, Sasso Corbaro, lohnendes Ausflugsziel nicht nur wegen der herrlichen Aussicht. Es ist ein solider, massiver Bau mit quadratischem Grundriss, mit einer bewehrten Terrasse gegen Osten, umgeben von Mauern, die den Zugang zum inneren Hof schützen. Ein imposanter Bergfried erhebt sich auf der nordöstlichen Seite und ein kleiner Turm gegenüber. So präsentiert sich die kleinste und höchstgelegene Burg des Wehrkomplexes von Bellinzona. Im Unterschied zu den beiden andern ist die Baugeschichte dieser Burg fast lückenlos durch Dokumente belegt.

Geschichtsträchtiger Ort

In frühen Zeiten muss hier ein Meldeturm gestanden haben. Von hier aus konnte man Bewegungen von den Alpentälern her ebenso gut beobachten wie Truppen, die von Süden her auf die Stadt zukamen. Man hatte Sichtverbindung zu den Burgen und Türmen von Gorduno und Claro im Tal des Tessin wie zu den Meldetürmen der unteren Mesolcina, zum Beispiel jenem oberhalb von Roveredo. Man konnte also feststellen, wer sich vom Gotthard oder vom San Bernardino her der Stadt näherte, und so konnte man böse Überraschungen vermeiden. Die Sichtverbindung Richtung Süden war möglich bis zum Monte Ceneri, der in die Gegend von Lugano und schliesslich Como führt. Nachdem die kriegerischen Eidgenossen endlich vor die Tore Bellinzonas gelangt waren, war es für sie ein leichtes, die befestigte Stadt auf der Nordflanke zu umgehen und ihr sozusagen in die Schulter zu fallen. So geschah es im Jahr 1439. Eine Handvoll Urner war unversehens über den Gotthard gedrungen, angeblich um Unrecht zu rächen, dass einigen Mitbürgern widerfahren sein sollte, und da der Durchgang auf der Westseite wegen der Talsperre nicht möglich war, kletterten die Angreifer zur Kirche San Biagio in Ravecchia hinauf, von woher sie die Stadt bedrohten. Nachdem solches immer wieder vorgekommen war, beschlossen die Herzoge von Mailand im Winter 1478 die Errichtung der dritten Burg. Der Florentiner Architekt Benedetti Ferrini, der damit beauftragt wurde, konnte den Bau in wenigen Monaten ausführen, starb aber noch während der Arbeiten an der Pest, die damals in der Region wütete.

Und heute?

In jüngster Zeit war Sasso Corbaro Sitz des Museums für Kunsthandwerk und Volkskunst. Die bescheidene Sammlung musste jedoch geschlossen werden. Gegenwärtig ist die Architektin Paola Piffaretti damit betraut, das Restaurant und den Innenhof neu zu gestalten. Bald werden hier die Gäste entspannende Augenblicke erleben, die feine Küche und erlesene Weine geniessen können.


Weiterführende Links

http://www.bellinzonaunesco.ch/castelliunesco/de/
http://de.wikipedia.org/wiki/Burgen_von_Bellinzona

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