Schloss Marschlins bei Igis
Etwa einen Kilometer vom idyllischen Örtchen Igis entfernt, liegt das ehemalige Wasserschloss Marschlins von Feldern umringt in der weiten, fast parkähnlichen Rheinebene. Seine Erbauung geht bis ins 13. Jahrhundert zurück, Bauherr war der damalige Bischof von Chur. Bis ins 16. Jahrhundert umspannten zwei tiefe Wassergräben das Gebäude. Charakteristisch für das Schloss ist sein Grundriss, der ein Rechteck von 34 mal 39 Metern bildet. Drei kleine Türme und ein mächtiger Eckdonjon prägen die äußere Erscheinung des Bauwerks. Der Durchmesser des Wohnturms beträgt stolze elf Meter
Historische Innenausstattung
Im Inneren des Schlosses sticht das reich ausgestattete „Marschallstübli“ heraus. Es wurde nach Marschall Ulysses von Salis benannt, der die Burg Anfang des 17. Jahrhunderts renovierte, nachdem sie durch einen Brand fast zerstört worden war. Ebenfalls sehenswert ist das „Salisstübli“ im zweiten Obergeschoss. Mit seinem Turmofen von 1638, Kassettendecken oder den geschnitzten Täfelungen zeugt das Zimmer noch heute vom Reichtum seiner ehemaligen Bewohner. Kostbare Hölzer und ein Steckborner Ofen finden sich in der Offiziersstube. Das „Goldene Stübli“ wartet u.a. mit aufwändigen Schlachten- und Sonnendarstellungen auf.
Experimentierfeld für neue Pflanzen
Schloss Marschlins diente im 18. und 19. Jahrhundert übrigens als Experimentierfeld für Pflanzen. Hier wuchsen im Jahr 1717 angeblich die ersten Kartoffel- und Maispflanzen des Kantons Graubünden, auch mit Pflanzen wie Tabak und Maulbeerbäumen experimentierte man. Auf eine Besichtigung des Bauwerks dürfen Burgfans allerdings nicht hoffen: Seit 1934 befindet sich das Wasserschloss in Privatbesitz und ist für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich.

