St. Gallen Open Air
Live-Tankstelle im Naturschutzgebiet
Bei der Ankunft auf dem Campingplatz des St. Gallener Open Airs dürften selbst alte Festival-Hasen stutzig werden: Seit der ersten Ausgabe des Festivals gehört es zum guten Ton, dass Campingbereich und Festivalgelände nicht voneinander abgetrennt werden. Einmal drin, braucht man also nur noch zwischen Zelt und Bühne hin- und herschlendern - ohne Bändchen-Kontrolle, Security-Checks oder Abtast-Alarm. So weit, so angenehm. Berühmt ist das St. Gallen Open Air jedoch auch für andere Dinge: sein zuverlässig ausgewogenes Line-up nämlich, die unglaubliche Stimmung und die natürliche Schönheit des Geländes mitten im St. Gallener Naturschutzgebiet Sittertobel.
Gewogene Wettergötter
Mit dem Erfolg konnte anfangs niemand rechnen, denn bei den ersten Ausgaben des Festivals in Abtwil Ende der 1970er Jahre war ganz schön der Wurm drin. Mieses Wetter und anhaltender Regen führten drei Jahre in Folge zu Abbrüchen und feucht-fröhlichen Schlammschlachten. Erst ab 1981, nach dem Umzug in den Sittertobel, waren die Wettergötter den Veranstaltern gewogen. Von nun an ging es Schlag auf Schlag: Die Zuschauermenge wuchs ebenso beständig wie die Größe der auftretenden Bands. Nach und nach gaben die klangvollsten Namen des 1980er-Mainstreams ein Gastspiel in St. Gallen, darunter Whitesnake, Chris Rea, Joe Cocker, INXS, Simply Red, Level 42, Opus, Brian Adams oder Herbert Grönemeyer.Scheuklappen fehl am Platz
Die 1990er Jahre brachten eine Kurskorrektur mit sich: Das Festival ging musikalisch in die Breite und mauserte sich langsam zu einer ausgezeichneten Live-Tankstelle für so unterschiedliche Stilistiken wie Rock, Indie, Elektronika, Punkrock, Funk, Weltmusik oder HipHop. So kamen bereits u.a. Placebo, Manu Chao, Lenny Kravitz, Bloc Party, Prodigy, Damian Marley, Art Brut oder Bad Religion in den Sittertobel. Kein Zweifel: Genre-Scheuklappen sind in St. Gallen definitiv fehl am Platz. Doch das Konzept funktioniert, 30000 Besucher pro Jahr sprechen Bände. Stets wird zudem an der Verbesserung der Abläufe gefeilt. Neueste Idee: Wer möchte, kann 2010 auf der Festival-Website ein paar Kisten des exklusiven St. Gallener Open Air-Biers bestellen und sich die Getränkeschlepperei im Vorfeld sparen.Weiterführende Links
http://www.openairsg.ch/http://de.wikipedia.org/wiki/OpenAir_St._Gallen
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